Wagrier: Frau, Phänotyp-Referenz

Wagrier: Erotik

Polabischer Stamm

Sprache

Polabisches Slawisch, wagrischer Dialekt, nie aufgezeichnet und im Spätmittelalter ausgestorben (Indogermanisch, Slawisch, Westslawisch, Lechitisch)

Teil der Sprachfamilie: indogermanische Sprachen

Religion

Slawisches Heidentum mit Schwerpunkt auf dem Gott Prove, der in einem heiligen Hain bei Starigard verehrt wurde; nominell christianisiert unter dem Bistum Oldenburg, vollständig erst nach der deutschen Eroberung des 12. Jahrhunderts

Überblick

Die Wagrier waren ein Teilstamm der westslawischen Abodriten und siedelten im Mittelalter im nordöstlichen Holstein, das nach ihnen Wagrien heißt. Der Name wird vermutlich altnordisch gedeutet und bezeichnet Menschen, die an Buchten wohnen, ist also eine Benennung von außen. Erstmals erscheinen sie 967 in einer sächsischen Chronik. Im 12. Jahrhundert reichte ihr Gebiet über Ostholstein und die Gegend um Plön, im Westen bis zum Limes Saxoniae und zur Schwentine, im Süden bis zur Trave. Ihr wichtigster Ort war der Seehandelsplatz Starigard, das heutige Oldenburg in Holstein, wo der Fürst saß und ein der Gottheit Prove geweihter Eichenhain als Kultstätte diente. Ein weiterer Kultort lag in Plön. Das Land war in mehrere Burgbezirke gegliedert, die archäologisch gut erforscht sind.

Seit der Nennung ihres Fürsten Selibur behaupteten die wagrischen Fürsten lange eine gewisse Eigenständigkeit neben den abodritischen Oberherren, und nach 1066 gewann der Wagrier Kruto die Herrschaft über den ganzen Stammesverband. Der Christianisierung widerstanden die Wagrier vergleichsweise lange; ein früh gegründetes Bistum ging in Aufständen mehrfach unter. Nach Machtkämpfen in Sachsen scheiterte Fürst Pribislaw 1138/39 an der Eroberung Segebergs, worauf der Graf von Holstein die Dörfer verwüsten ließ und Plön einnahm. Wagrien kam zu Holstein, und ab 1143 wurden Friesen, Westfalen und Niederländer angesiedelt. Die Nachkommen der Wagrier gingen in den folgenden Jahrhunderten in der deutschsprachigen Bevölkerung auf und übernahmen deren Sprache.

Quelle: Wikipedia, „Wagrier“

Verwandte ethnische Gruppen

Gruppen mit gleichem Heimatland, gleicher Region, Sprache oder religiöser Tradition wie Wagrier. Sie sind wahrscheinliche Kandidaten für einen vergleichenden Phänotypenvergleich.

Häufig gestellte Fragen: Wagrier

Welche Sprache sprechen Wagrier?

Wagrier: Hauptsprache ist Polabisches Slawisch, wagrischer Dialekt, nie aufgezeichnet und im Spätmittelalter ausgestorben (Indogermanisch, Slawisch, Westslawisch, Lechitisch).

Welche Religion praktizieren Wagrier?

Wagrier: vorherrschende Religion ist Slawisches Heidentum mit Schwerpunkt auf dem Gott Prove, der in einem heiligen Hain bei Starigard verehrt wurde; nominell christianisiert unter dem Bistum Oldenburg, vollständig erst nach der deutschen Eroberung des 12. Jahrhunderts.